Verkehrsbefragung

2006 Mai 10
by Le Maître

… oder wie ich mir einen Stau mache. Heute Morgen durfte ich am eigenen Leib erfahren was es bedeutet wenn unser deutscher Verwaltungsapparat einmal so richtig zur Hochform aufläuft.

Ort des Geschehens: Leipzig, Bundesstrasse B2, stadtauswärts Richtung Autobahn / Flughafen, ca. 7.00 Uhr heute morgen. Es bildete sich ein kleiner Stau, von ca.3-4 km Länge. Dies ist für diese Uhrzeit nicht ganz ungewöhnlich, wenn es nicht stadtauswärts gewesen wäre. Die meisten Pendler fahren um diese Zeit eher in die andere Richtung – stadteinwärts. Mitten im Stop and Go wurde uns dann aus dem Verkehrsfunk auch der Grund des Staus mitgeteilt: die Stadt Leipzig macht eine Verkehrsbefragung und zwar gleichzeitig auf allen wichtigen Ein- und Ausfallstrassen der Stadt. Sehr clever, besonders die Uhrzeit der Befragung. Das dachte sich auch die Radiomoderatorin, die sich, nachdem sie die Liste der durch die Stadt selbst verursachten Staus vorgelesen hatte, auch die Kommentare zu dem sehr glücklich gewählten Zeitpunkt nicht verkneifen konnte.
Unsere Straße wurde dann von zwei auf eine Spur verengt und vielleicht jedes 5te – 6te Fahrzeug wurde von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Die Befragung selbst wurde von Zivilpersonen durchgeführt. Nach 15 Minuten künstlicher Verzögerung sind wir dann gerade noch rechtzeitig am Flughafen angekommen.

Ich glaube heute Morgen haben die Chefs oder Filialleiter von H&M, C&A, Fleischermeistereien und co. immer wieder die gleiche Erklärung für das verspätete Erscheinen von ihren Mitarbeitern am Arbeitsplatz gefreut.

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4 Responses leave one →
  1. Horst permalink
    Mai 15, 2006

    Es ist wirklich überraschend, dass die Verkehrsplaner versuchen, repräsentative Ergebnisse zu bringen. Natürlich wäre es besser, nur Nebenstrassen um die Mittagszeit zu befragen – aber dann sollten sich auch die Fahrer zu anderen Zeiten und auf anderen Strecken nicht wundern, dass das Netz nicht für sie optimiert ist… Geschwindigkeitskontrollen werden ja auch nicht auf freigegebener Strecke durchgeführt…oder? In der Stadt sind doch genug Wohnungen frei – sollen die H&M/C&A – Mitarbeiter, Fleischereifachangestellten und co. doch dorthin ziehen, dann können sie auf Arbeit radeln – und Fahrräder wurden ja wohl nicht befragt?!

  2. daudrobbn permalink
    September 2, 2009

    Auch ich bin nichts ahnend viertel nach 7 los gefahren, um zu meiner Schule zu fahren.
    An der 1. großen Kreuzung Richtung Chemnitz oder Innenstadt, dann der Stau. Je näher ich zu dem neu entstehenden Baumarkt vorkroch, sah ich den immer länger werdenden Stau.
    Ich finde es nahe zu eine Frechheit, so etwas zu den Hauptverkehrszeiten durchzuführen, was auch noch von der Polizei geduldet und begleitet wurde.
    Nicht nur, dass die B2 komplett zu war, nein, auch alle anliegenden Kreuzungen die dort hin führten, waren von entnervten Autos überfüllt.

    Ich gratuliere Leipzig für diese durchaus wichtige Befragung und der damit kurzzeitig entstandenen SMOG Zone hoch 10. Hätte nur noch gefehlt, dass sie Messungen für die evtl. Bestätigung einer dringend benötigten Umweltzone “Leipzig”, durchführen.

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